What's Next, Agencies?

What's Next, Agencies?

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00:00:01: Herzlich willkommen bei What's Next Agencies.

00:00:09: KI schreibt, KI gestaltet, KI denkt – zumindest sieht es so aus!

00:00:13: Und Agenturen weltweit fragen sich gerade was bedeutet das für uns?

00:00:16: Was bleibt wenn Routinearbeit verschwindet, was passiert mit dem Nachwuchs in die Aufgaben wegfallen an denen man früher gelernt hat?

00:00:23: und was verkaufen wir eigentlich noch, wenn Output billig

00:00:25: wird?!

00:00:26: Diese Fragen sind strategisch… Aber sie sind auch und das wird oft übersehen zutiefst philosophisch.

00:00:32: Was ist Kreativität, wenn Maschinen Sie simulieren?

00:00:35: Was ist Autorenschaft, wenn jemand mir hinter einem Werk steht – was ist Bedeutung, wenn sie niemand mehr

00:00:39: meint?".

00:00:40: Darüber spreche ich heute mit jemanden, die genau an dieser Schnittstelle arbeitet und forscht.

00:00:45: Dr.

00:00:45: Dorothea Winter ist Philosophin, Forscherin im Bereich Digitale Ethik, wo eine der Klassen stimmen, wenn es darum geht, die KI-Debatte philosophisch zu schärfen.

00:00:54: Wollen wir Kreatativität der KI überlassen?

00:00:57: Das ist die Frage für heute.

00:00:59: Ich freue mich sehr, ob das Gespräch mit dir, liebe Dorothea ... ich hab auch ein bisschen Angst.

00:01:04: Ich habe einmal bisher einen Podcast-Folge mit einem Philosophen gehabt aber Philosophie und KI ist auf jeden Fall eine Ansage.

00:01:13: also ich freue mich drauf und bin gespannt was ich heute alles Neues dazu lerne.

00:01:16: herzlich willkommen!

00:01:18: Ja danke dass sich da sein darf und ich hoffe, dass die Angst unbegründet ist und bleibt.

00:01:23: Ach bestimmt auf jeden fall Wer das Buch Sofis Welt gelesen hat, weiß, dass man Philosophie auch ganz gut verstellen kann.

00:01:29: Besten Fall ja!

00:01:30: Das war tatsächlich als Kind beim ersten Berührungspunkt.

00:01:32: damit, weil ich glaube da waren jetzt vielen so oder?

00:01:35: finde ich auch ein schöner.

00:01:37: Sagen wir mal, wie kommt man dazu Philosophin zu werden und sich dann auch noch dieses Feld KI auszusuchen?

00:01:45: Weil ich habe so ein bisschen über dich recherchiert hab dann eben auch gesehen du bist im Prinzip so mit der ersten KI-Welle die ja schon zwanzig achtzehn war.

00:01:53: Zu dem Thema gekommen eigentlich auch über die Frage kann KI Kunst schaffen also über diese Ebene Kunst, KI, Kreativität.

00:02:02: Was hat dich philosophisch daran fasziniert?

00:02:04: Wie bist du dazu gekommen?

00:02:07: Also zur Philosophie bin ich irgendwie so ein bisschen ganz natürlich einfach da reingefallen.

00:02:13: ehrlich gesagt also mein Vater hat auch meine Philosophies studiert auch wenn er jetzt nichts mehr damit akademisch was macht.

00:02:20: Aber es war bei uns immer im Elternhaus schon ein Riesenthema.

00:02:23: Also philosophische Fragen sowohl größere als auch kleinere wurden schon immer am Abendessenstisch beim Abendbruch diskutiert, also irgendwie

00:02:32: was... Das klingt schön und anstrengend auf jeden Fall!

00:02:34: Eides exakt wurde viel diskutiert Und deswegen war es für mich irgendwie völlig klar, dass ich Philosophie studieren möchte und das war auch gar keine große Überwindung oder dass ich dafür kämpfen musste.

00:02:46: Wie das vielleicht bei anderen Engelwissen der Fall ist, dass man fragt, was macht man danach mit?

00:02:50: Oder so was studiert lieber WUL?

00:02:51: Das war wirklich gar kein Thema!

00:02:53: Dann habe ich noch Kunstgeschichte studiert im Bachelor damals.

00:02:56: Deswegen hatte ich schon immer diese Schnittstelle zwischen Philosophiekunst-, Gesellschaft-, Politik und was das eben alles wie das zusammenhängt und Wissenschaft.

00:03:05: Als ich dann in den letzten Jahrzehnten die erste KI-Welle aufkam, damit war ich noch im Master.

00:03:09: Da war ich an der LMU in München und da hat mein Professor Julia Niederrümmelin so die ersten Seminare zu KI und Digitalisierung gehalten und das war noch relativ neu damals, dass man sich in der Philosophie damit auseinandersetzt.

00:03:24: Und da bin ich dann so reingerutscht und dadurch, dass ich Kunstgeschichte auch studiert hatte, war das für mich eine der dringendsten Fragen.

00:03:31: erstmal was macht es mit der Kunst?

00:03:33: Weil wir auf einmal so Werke hatten, die bei generativer KI im bildgebenden Bereich, die eben so aussahen wie Menschen gemacht.

00:03:42: Da gab es dann die ersten Werke, die auch So The Next Rembrandt war zum Beispiel ein Konzept oder ein System das aufgekommen ist und da wurde eben eine KI mit ganz vielen Bildern von Rembrandten gefüttert und daraus entstand dann ein neuer Rembrand den er nie gezeichnet hatte weil der relativ gut war.

00:03:58: Das hatte ich so ein Störgefühl.

00:03:59: Ich dachte, das kann doch jetzt nicht sein, dass in den Bereichen, dass das uns weggenommen wird und dieses erstmal so intuitive menschliche emotionale Störgeviel wollte ich dann auch so ein bisschen wissenschaftlich fundierter belegen oder vielleicht auch irgendwie dazu kommen, dass es Stör gefühlt völlig ungerechtfertigt ist.

00:04:15: und deswegen bin ich zu KI gekommen

00:04:19: Und vor allem zu KI und Kunst.

00:04:21: Aber sag mal, vielleicht um das vorwegzunehmen ist es gerechtfertigt, dass Störgefühl?

00:04:26: Zu welcher Erkenntnis bist du gekommen?

00:04:29: Ich bin sehr froh, dass ich sagen kann jetzt, dass sich dieses Stör gefühlt, dass eben erstmal einfach nur intuitiv und emotional war auch mit einer philosophischen Theorie jetzt wie ich meine mit guten Gründen untermauern kann.

00:04:42: Aber es gibt natürlich immer sehr viele Theorien in der Philosophie, also es gibt auch tausend andere Philosophien die sagen das ist absoluter Blödsinn wie du das sagst.

00:04:49: Das KI macht auf jeden Fall Kunst und ist besser und kreativer als wir.

00:04:54: aber ich glaube dass Kreativität eine der wenigen Bereichen ist und da können wir später nochmal darüber sprechen wie man kreativitäten definieren kann.

00:05:02: Eine der wenige Bereichen sind die uns Menschen offen bleibt und was wir auch weitermachen müssen.

00:05:09: Also was auch ein bisschen unsere Pflicht ist, also Kunstkreativität.

00:05:13: Das bleibt menschlich aber ganz viele andere Sachen die nicht.

00:05:18: Aber spannend lasst mal da gerne direkt weil du hast es schon angeteasert tiefer reingeht.

00:05:22: Wir sprechen ja alle immer ständig überall von Kreativitet gerade in unserer Branche.

00:05:28: Aber das ist ja spannend dem nochmal philosophisch und auch ein bischen aus der Theorie kommt ob den Grund zu gehen.

00:05:34: Wie hast Du Kreativity definiert oder welche Modelle hast Du Dich dafür bedient?

00:05:40: Also es gibt ein ganz interessantes Kreativitätskonzept, das auch schon relativ alt ist in der Kreativesforschung aus den neunziger Jahren von Margaret Bowden und die sagt – und das lässt sich eben nicht nur auf die Kunst, also an Bänden auf alle Bereiche.

00:05:52: Also auch auf wirtschaftliche Prozesse oder auch auf irgendwelche Arten von Wissensarbeit und zwar die sagt Es gibt drei verschiedene Arten kreativität.

00:06:01: Die erste Form ist die sogenannte kombinatorische Kreativität und da geht es einfach nur darum, dass man bestehende Elemente neu kombiniert.

00:06:09: Wahrscheinlich fallen jeder jetzt auch tausend Beispiele aus einem Alltag ein wo man das macht also wenn so kreativ ist.

00:06:17: Die zweite Form ist der sogenannte explorative Kreativity.

00:06:21: Da schon ein bisschen mehr erforderlich, und zwar dass man ein bestehendes System an die Grenzen auslutet.

00:06:27: Ganz einfaches Beispiel das man zum Beispiel innerhalb sagen wir mal des Genres Krimi einen Krimimacht der jetzt eben nicht der typische ZDF-Vorarmkrimis sondern vielleicht noch einen kleinen Plottwiss drin hat oder eine kleine irgendwie genreübergreifende irgendwie ja Kriterium also was oder irgendwas Novum hat.

00:06:48: Und dann gibt es die dritte Form von Kreativität und das ist das was wir meistens so im Alltag meinen, wenn wir von Kreativität sprechen.

00:06:55: Und das ist die transformationale Kreativerität.

00:06:58: und da geht es drum, dass man wirklich etwas komplett Neues schafft – was genau Ihnen heißt?

00:07:03: Also zum Beispiel eine neue Musikrichtung schafft oder eine neue Kunstrichtung, dass mein neues Modell in der Wirtschaftswissenschaft aufstellt.

00:07:11: In der Wissenschaft ist das eigentlich zuerst mal das Ziel, dass mir wirklich etwas Komplett Neues schaffen will oder auch solche Sachen wie Spotify, was jetzt erstmal unverdächtig wird.

00:07:21: ist eigentlich diese dritte Form der Kreativität, weil das erste Mal eine neue Form von Plattform-Ökonomie geschaffen worden ist.

00:07:29: Wo eben Sachen nicht nur bereitgestellt wurden sind und dass durch diese Gatekeeper sondern dass die User gleichzeitig auch die Breitstellenden sind mit den Algorithmen wie die Sachen ausgewählt werden, dass es eben diese dritten Form, diese höchste Form der kreativitäten.

00:07:47: Und sagen wir mal wenn wir jetzt auf KI blicken... Du hast ja vorhin schon gesagt, es gibt viele Dinge die KI übernehmen wird.

00:07:54: Die auch hinfällig werden für uns Menschen zu tun.

00:07:57: Kreativität wird das nicht sein.

00:07:58: Jetzt hast du ja diese drei möglichen Ebenen von Kreativity skizziert.

00:08:03: Könnte man denn sagen dass die kombinatorische Die ist der KI jetzt zum Opfer gefallen ist?

00:08:09: Also weil genau das macht ja die KI Ableiten außer gewissen Logik aus vergangenen Mustern und dann immer wieder dieses Kombinieren von Dingen die schon da gewesen sind

00:08:19: Genau.

00:08:19: Und das macht es ja sehr gut, weil sie viel mehr Daten hat als wir und aufs vielmehr Sachen zurückgreifen kann.

00:08:24: also re-kombinieren kann.

00:08:26: KI generative KI wie zur Speziativität oder Cloud kann ihn natürlich tausendmal besser als wir.

00:08:32: Deswegen verwenden wir sie auch die ganze Zeit dafür für diese Taske, weil's aber so gut funktioniert.

00:08:37: Ich glaube dass auch erstmal so aus ethischer Sicht gar kein Problem.

00:08:40: Warum sollten wir das nicht auslagern?

00:08:43: Bei der zweiten Stufe ist es dann schon ein bisschen kritischer.

00:08:47: Ja, schafft es wirklich KI diese Transferleistung zu machen?

00:08:50: Also dass man was aus einem anderen Bereich nimmt und das darauf anwendet.

00:08:55: Meine Einschätzung wäre da, aber da würde mich jetzt auch dein Gedanke zu interessieren, dass sie das nur kann wenn man das explizit sagt.

00:09:02: also ich kann dem KI-System sagen nimm diese Theorie und wende darauf das an für diesen Fall der jetzt eigentlich nicht aus den Bereich kommt Aber von sich aus glaube ich macht ihr das nicht.

00:09:13: Und die dritte Form, das schafft ihr nicht und zwar nicht nur zum Status quo des aktuellen technischen Standes, sondern ich sage es schafft sie nie.

00:09:21: Weil das braucht halt dieses Fünkchen, dass man auch nicht erklären kann.

00:09:27: Also wenn wir beide darüber überlegen was unsere großen Gedanken im Leben waren, unsere guten Einfälle dann können wir nicht genau razzener erklären wie wir dazu gekommen sind, sondern meistens war's unter der Dusche oder kurz vorm Einschlafen, weil man dann denkt ach jetzt endlich... Jetzt hat es Glück gemacht.

00:09:42: Und genau weil wir das aber nicht genau rational, berechenbar erklären können ist das nichts was wir generieren können künstlich.

00:09:52: Ist nochmal zu dem zweiten Beispiel und der explorativen Kreativität.

00:09:56: Weil dass ja genauso dieser strittige Fall ist den du ja auch nennst.

00:10:01: Das wäre also beispielsweise typischer Fall.

00:10:06: Wir gucken uns aus der Biologie an, wie Dinge funktionieren und transferieren sie zum Beispiel in Technik.

00:10:14: oder also werde gucken wir fliegen Insekten Und wir transportieren die Idee der Flügel auf eine zum Beispiel auf einer Haut von heißen Luftballons oder ähnlichen.

00:10:24: Das wäre also noch der Bereich der Explorativen weil wir sagen wir reizen das aus und so.

00:10:28: und da bin ich auch bei der sich weiß nicht ob die KI sagen würde Such mir was aus einem Bereich, der zunächst vielleicht absurd erscheint.

00:10:37: Aber ich hier total Sinn macht.

00:10:39: und wie du sagst, wenn wir sie dann richtig auf die Schiene setzen und sagen... Vielleicht reicht es sogar schon zu sagen, guck bitte in anderen Bereichen wie zum Beispiel ein zwei drei vier fünf nach Dingen, die sich darauf transferieren lassen.

00:10:53: Könnte das vielleicht schon reichen ihr den nötigen Schubssatz zu geben?

00:10:57: Was ich nur interessant finde und dass ist ja die transformationale Kreativität.

00:11:01: Sie stellt ja selbst keine Fragen.

00:11:03: Und du hast ja eben gefragt, was waren die Momente wo wir also vermeintlich Gebiale gedranken hatten?

00:11:10: Das waren immer Sachen wo wir gezielt menschliche Bedürfnisse hatten oder uns Fragen gestellt haben oder irgendwas erlebt haben, wo wir gesagt haben das muss doch anders gehen und Das ist ja zumindest das, was irgendwie vielerorts auch genannt wird.

00:11:24: Dass die KI eben selber nicht fühlt, keine Erfahrung sammelt, keine Fragen stellt und nicht träumt also all das, dass so tief menschlich ist.

00:11:31: Sodass das wahrscheinlich auch die Ausgangsvoraussetzung dafür ist transformationale Kreativität anzuwenden oder?

00:11:38: Genau!

00:11:39: Aber selbst bei der ersten Stufe, also der kombinatorischen Kreativity gibt es Studien, die zeigen wir können's an KI auslagern Aber vielleicht sollten wir es nicht.

00:11:51: Und zwar ist das diese ganze Debatte, die unter dem Begriff des Dies-Gelingen geführt wird also dass man eben Fähigkeiten verliert wenn man sie nicht öfter irgendwie überprüft oder immer wieder irgendwie durchführt.

00:12:03: Das sind auch die ganzen Debatten, die wahrscheinlich bei euch in der Branche sehr virulent ist mit in die Senior Level und was man da noch braucht und wie sich das entwickelt.

00:12:11: Und deswegen nenne ich da zwar eine Studie aus dem Medizinbereich und wir versuchen quasi jetzt auch mal diese zweite Form der Kreativität das anzuwenden, vielleicht auf andere Bereiche.

00:12:19: Und zwar gibt es ne ganz neue Studie Aus-vierundzwanzig die zeigt dass also KI Systeme wurden bei Ärztinnen eingesetzt und zwar im Bereich Koloskopie Also das ist Quasi Darm Spiegelung Angespiegelungen und bei der Erkennung von da Englischen Auffälligkeiten und Da wurden ÄrztInnen bis davor selbst gemacht, analog gemacht auf jeden Fall ohne KI.

00:12:45: Und nach drei Monaten, nachdem KI-System Ihnen vorgesetzt wurde und Sie das alles mit KI durchgeführt haben, wird nochmal überprüft was hat sich verändert?

00:12:52: Und die Ergebnisse waren keine schockierend weil davor hatten sie achtundzwanzig Prozent Trefferwahrscheinlichkeit also bei der Diagnostik danach nur noch zwanzig prozent und ist innerhalb von drei Monaten.

00:13:09: Das heißt, sie haben sich auf die KI-Systeme verlassen.

00:13:12: Das hat dann auch ganz gut funktioniert.

00:13:14: Aber sobald das KI System weg war, haben Sie Ihre Fähigkeiten de facto verloren und wenn man jetzt mal da weiterrechnet auf die Monate, auf Jahre, auf Jahrzehnte, kann es dazu führen dass es wohl bestimmte Fähigkeiten gibt, die man verliert, wenn man sie nicht dauerhaft ausübt.

00:13:31: Das heisst also, der habituelle Gebrauch von KI, das quasi wirklich senken kann Und ich glaube, das ist ja erstmal dramatisch.

00:13:42: Ist auch glaube ich so... also wir sprechen in der Branche immer davon dass man den kreativen Muskel trainieren muss und es passt ja eigentlich ganz schön auch zu dieser Theorie.

00:13:50: wenn natürlich jetzt mal mit Blick auf die Kreativbranche gesprochen könnte man ja sagen naja gut so alles mediocre mittelmäßige das soll doch die KI gerne im kombinatorischen Bereich machen.

00:14:02: das nimmt uns viel Arbeit ab Effizienzsteigung ohne Ende nur egal, ob es jetzt Junioren sind oder ob es Senioren sind.

00:14:09: Wenn wir diese Art von Tätigkeiten nicht machen – das ist ja sozusagen wie so eine Art Warm-up zu verstehen -, dann kann es passieren dass die zweite und dritte Stufe der Kreativität, die du eben ausgeführt hast gar nicht mehr so richtig anwendbar ist oder zumindest massiv darunter leidet weil wir es gar nicht gewohnt sind sozusagen diese Gedanken anzuschmeißen, jetzt mal salopp formuliert.

00:14:30: Genau also das lässt sich empirisch zeigen quasi das immer wieder tun muss, selbst wenn in dem Moment könnte man schneller machen mit einem KI-System.

00:14:40: Man sich bewusst entscheiden muss ob man in dem moment jetzt faule sein soll, effizient sein soll je nachdem wie man es jetzt nennen möchte oder ob man das langfristig als HW-Trust integrieren will damit man langfristige diese Fähigkeiten behält.

00:14:54: und was damit auch zusammenhängt ist jetzt die individuelle Ebene also was man als Individuum eben verliert dass es da auch eine quasi kollektive Ebene gibt.

00:15:04: Und zwar, da gibt's auch Studien zu, dass Menschen ... Also, da wurden quasi Menschen vor ein KI-System, ein generatives KI- System gesetzt und sollten Essays schreiben was jetzt erst mal irgendwie kreativer Leistung ist.

00:15:16: Und da hat sich gezeigt das Personen die davor unkreativer waren, jetzt alles mit Anführungszeichen weil... Ist immer schwierig natürlich das zu sagen!

00:15:24: Ja also Personen die davon unk creativer waren Die haben bessere Ergebnisse erzielt mithilfe der KI-Systeme.

00:15:31: Das heißt, die Ergebnisse wurden besser.

00:15:34: Bei Personen, die aber davor schon kreativer waren, da haben die KI- Systeme nicht geholfen.

00:15:39: Das hat keinerlei Auswirkungen auf ihre kreative Leistung gehabt.

00:15:42: also das heißt diese Spitzenkreativen für die hatte KI keine Auswirkung.

00:15:47: und bei den Ergebnissen der Unkreativ'en war aber spannend dass sich die Ergebnisse untereinander stärker geglichen haben als davor.

00:15:56: Das heißt, Unkreative hatten davor schlechtere Ergebnisse.

00:15:59: Die aber authentischer Individueller waren, Originaler waren und danach ... Authentische

00:16:03: Lechtheit.

00:16:04: Genau!

00:16:04: Ja, aber authentisch.

00:16:06: Und danach hatten sie Ergebnisse die zwar besser waren, aber untereinander homogene.

00:16:10: Da sind wir ja genau wieder auch bei der Debatte darüber.

00:16:14: das halt dieses kreative Mittelmaß wie man es ja auch in der Kreativwirtschaft nennt dass durch KI dann quasi homogenisiert wird und da muss man sich schon als Branche unter als Individuum die Frage stellen wollen wir das können wir das oft dabei uns überhaupt irgendwie leisten?

00:16:30: Ich finde es auch spannend, die Debatte, die du aufmachst.

00:16:33: Weil das eine ist ja das Individuum also Du und ich wir können uns entscheiden wie wir das Hand haben wollen Und wir kennen uns alle der Mensch ist ein faules Wesen man tappt immer wieder in die Rabbit Hoods und Es ist am Ende alles Gewohnheit und je häufiger ich dich mache desto selbstverständlicher wird es selbst E-Mails damit schreiben zu lassen.

00:16:52: Wie schafft man?

00:16:53: Ist das Systeme und damit meine ich jetzt beispielsweise Unternehmen als in dem Fall Agenturen sich eben auch sehr bewusst machen, was es bedeutet.

00:17:01: Weil wenn man das jetzt mal zu Ende spielt dann heißt es ja dass perspektivisch die Qualität der Kreativität leiden wird.

00:17:09: Zumindest wenn wir in diesen transformationalen originellen Bereich wollen Wenn wir das zu einem absoluten Standard entwickeln

00:17:18: Das ist ein Organisationsrisiko und dann ist es auch ein Branchenrisiko.

00:17:22: Das heisst also wenn man auch innerhalb eines Unternehmens einer Organisation Dauerhaft sich mit diesem KI-Mittel zufrieden gibt, dann sind irgendwann die kreativen Höchstleistungen nicht mehr möglich.

00:17:36: Weil einfach weder es individuell noch die Organisation als kollektiv es schafft das irgendwie hervorzubringen.

00:17:42: und da gibt's natürlich tausend Möglichkeiten wie man das umgehen kann.

00:17:46: Eine ist ganz simpel, kommt aus der Montessori-Forschung.

00:17:49: Also wird schon meine kleinsten unsere Gesellschaft angesetzt.

00:17:51: Aber das heißt dass man eine Wegoffenheit sich behält keine Ergebnisse offen hat sondern eine Wegoffenheit.

00:17:57: Das heißt wir sagen also hier ist das Ergebnis das wir wollen aber wie ihr da hinkommt schaut ihr mal und da kann man sich dann vielleicht eben auch aus anderen Branchen mal bedienen als andere Disziplinen aus anderen Bereichen aus dem Alltag egal wo.

00:18:09: schaut mal was ihr da machen könnt aber schaut wie ihr damals kreativ hinkommen können zu dem jeweiligen Ergebnis.

00:18:15: Das ist eine Möglichkeit.

00:18:17: Die zweite ist natürlich dann die Ergebnisoffenheit, dass man das genau anders herumdreht und überlegt eben wir gehen mal einen Weg aber sagen nicht fest wohin es denn gehen soll sondern ihr schaut dann mal was es für ein Ergebnis gibt.

00:18:29: und vielleicht ist das Ergebnis des Dannrauskommens sogar besser und besser geeignet als das was man davor irgendwie sich als Arbeitsziese aufgebaut hat.

00:18:37: Und das sind erstmal so zwei Möglichkeiten, wie man quasi dieses Kollektive und individuelle miteinander verbinden kann.

00:18:44: Und dass man halt diese Homogenisierung, dieses kreative Mittelmaß, dass man das eben nicht als Organisation habituell integriert.

00:18:54: Das hast du gesagt, Dorothea?

00:18:55: Dass es sozusagen bei Spitzenkreativen dazu geführt hat... dass sie nicht besser, sondern sogar eher schlechter geworden sind.

00:19:03: Jetzt sprechen wir häufig davon wenn wir darüber reden ist.

00:19:06: wir sagen ja das ist also KI und die Tools die damit einhergehen sind eigentlich ein großes Geschenk für exzellente Kreative weil es sozusagen die Möglichkeiten Enhanced sagen jetzt mal neudeutsch.

00:19:18: Also das heißt ich habe vielleicht vorher eine großartige Idee gehabt Ich war aber gar nicht in der Lage weil ich vielleicht eher aus dem Textkonzeptbereich originär komme das gestalterisch zum Ausdruck zu bringen.

00:19:29: oder früher hat man mühsam irgendwelche Comedy-Moodboards gebaut, die meistens scheiße aussahen.

00:19:34: Jetzt kann man plötzlich irgendwie ein ganzes Bewegbild kreieren und zeigen was man eigentlich meinte und Welten schaffen die so absurd sind dass ich sie nicht geträumt haben könnte.

00:19:46: und all das ist plötzlich möglich.

00:19:48: also das ist so das Narrativ was in unserer Branche sich nach und nach verfestigt.

00:19:52: wie blickst du darauf?

00:19:54: Ich glaube, das ist kein Widerspruch.

00:19:56: Weil wenn man KI natürlich dann als Mittel dafür einsetzt um die großen kreativen Ideen, die man davor hatte aber nicht irgendwie in die Praxis umsetzen konnte aufgrund einfach fehlender technischer handwerklicher sonstiger Möglichkeiten, dann, glaube ich, ist es natürlich keinerlei Einschränkungen für die kreative Leistung auch nicht langfristig sondern das ist ja eigentlich genau eine Form KI-Systeme so einzusetzen dass sie einen empowern Also dass man wirklich Sachen umsetzen kann, die man davor nicht konnte.

00:20:25: Sondern die Debatte um dieses Gelenk geht ja genau um die Bereiche, in denen man eigentlich kann und die man eigentlich gelernt hat aber eben aus Effizienz-und Faulheit und das wir immer versuchen den möglichst schnellsten Weg zu gehen deswegen abgibt und langfristig die Fähigkeiten verliert.

00:20:40: also ich bin da ganz bei der Diagnose ehrlich gesagt dabei.

00:20:44: Du hast eben das Wort Faulheid noch mal genutzt.

00:20:47: Ich frage mich auch Kann man kreative Exzellenz eigentlich auslagern ohne Frustration, ohne Wiederholung?

00:20:56: Ich nenn es jetzt mal produktives Scheitern.

00:20:59: Also geht das eigentlich?

00:21:00: Weil man wünscht sich ja immer den Shortcut und natürlich ist das auch die Sehnsucht danach zu sagen mega.

00:21:05: ich habe jetzt ein ganzes Dashboard an Shortcuts vor mir weil ich hier zehn Tools auf einmal hab die mir dabei helfen können.

00:21:11: aber Es braucht wahrscheinlich dieses Scheitern, das tiefe Tal der Tränen.

00:21:16: Das ist wahrscheinlich auch zutiefst menschlich.

00:21:17: oder um zu etwas herausragenden zu kommen?

00:21:21: Ich glaube es hängt mit dem Menschenbild zusammen.

00:21:22: also es gibt natürlich so dieses Narrativ dass wer große kreative Leistungen hervorbringt die wahren Genies in den überlegen Bereichen der Branche, dass sie eben leiden müssen, dass die

00:21:33: Blutschweiß und Träne...

00:21:35: Exakt!

00:21:36: Sonst kommt man nicht zu den genialen Ergebnissen.

00:21:39: ich glaub für manche Stimmt es und trifft es zu.

00:21:43: Aber ich finde das eine sehr verengte Art, kreative Höchstleistung zu definieren.

00:21:48: Weil das hängt dann auch wieder... Und da sind wir jetzt bei einer ganz anderen Debatte mit Gender-Stereotypen zusammen, dass das halt offen der Geschichte der Menschheit Männer waren.

00:21:57: Dass man eben Männern irgendwie so ein Geniekult gefeiert hat und gesagt haben, gut, er bringt vielleicht irgendwie... Das kenn' ich zum Beispiel aus meiner eigenen Branche aus der Wissenschaft.

00:22:07: Da gab's dann zum Beispiel einige Männer die halt einfach so die, die Basics nicht hinbekommen.

00:22:14: Weltleins nicht eingehalten haben.

00:22:16: Kleine Tasks nicht geschafft haben.

00:22:18: So kleine handwerklichen Sachen.

00:22:19: aber dann war immer das Narrativ Ja, aber der ist ja eigentlich so ein großer Kopf und so genial Und deswegen ist es okay dass also die niederen Aufgaben nicht hinbekommt.

00:22:27: und Frauen.

00:22:27: im Gegensatz dazu haben wir dann oft bei alle Lehrstühle, wo ich gearbeitet habe.

00:22:31: Die DateLines eingehalten haben die administrativen Verwaltungssachen, die halt auch alle angefallen sind, gemeistert und da war dann, ja, die ist sehr fleißig aber das große Geniale fehlt.

00:22:41: Aber

00:22:41: ihr fehlt die Genialität leider.

00:22:43: Exakt,

00:22:43: exakt!

00:22:44: Und ich glaube es ist ganz problematisch dass wir Kreativitäts so definieren sondern ich glaube Es gibt auch andere Typen, die brauchen keinen Blut und keinen Schweiß oder keine Tränen Sondern sie können Höchstleistung erbringen, ohne dass sie emotional darin zerbrechen oder leiden müssen.

00:23:01: Sondern das ganz im stillen Kämmerlein, ganz rational und ganz trocken und langweilig einfach ableisten.

00:23:07: Aber es ist natürlich ein bisschen langweillig, das so zu erzählen.

00:23:11: Und natürlich wollen wir auf großen Bühnen und wenn Personen erzählen wie sie zu dem Ergebnis kommen, lieber was anderes.

00:23:16: Wir heroisieren

00:23:16: natürlich auch furchtbar gerne.

00:23:18: Das ist auch jede Geschichte mit dem Erzählendern nochmal größer und was man alles erlitten hat um dann zu diesen oder ihnen genialen Gedanken.

00:23:25: Erfolg zu kommen.

00:23:27: Ich find's total genial, dass du diese Debatte jetzt aufgemacht hast oder auch gestriffen hast weil ich finde es eine spannende Frage, auch mal philosophisch betrachtet unter welchen Bedingungen eigentlich Kreativität entstehen kann.

00:23:41: also was ist so der Boden denes braucht?

00:23:43: Du hast eben schon gesagt das hängt sehr stark mit dem Menschenbild zusammen.

00:23:47: Ich glaube da gibt´s auch Theorien also x oder y. wie guckt man auf Menschen?

00:23:51: dazu habe ich mein Buch gelesen und es war sehr interessant.

00:23:54: Aber ich finde es auch, also das eine ist ja zu seinem Blutschweiß und Tränen.

00:23:58: Dann gibt's den etwas langweiligen Weg.

00:23:59: da setzt sich einer dann in seine Zelle denkt nach und schreibt gute Sachen auf.

00:24:03: Erzählt sich schlechter.

00:24:05: Außer man erzählt es wie ne Woche im Klosterten ist auch spannend.

00:24:09: Und ich glaube schon zumindest aus meiner Sicht gibt es noch einen dritten Weg der uns hier auch in der Agentur extrem wichtig dass wir sagen Menschen die Freude am Ausprobieren und am Spiel haben, du hast das Montessori-Prinzip ja irgendwie oder diese zwei Prinzipien Ergebnisoffenheit und Wegoffenhalt beschrieben.

00:24:28: Die sind im Prinzip auch unschlagbar, weil man merkt so also es hat ihr nennendes Spülfreude was nicht heißt Bundesbällebad sondern womit gemeint ist eine Ambition in Neugierden ausprobieren dann eben auch gemeinsam stolz sein drauf können.

00:24:45: Und ich glaube, dass es diese Ebene schon auch noch gibt.

00:24:48: Also weiß nicht außer du sagst ne philosophisch gibts leider nur Blutschweiß und Tränen und furchtbar langweilig.

00:24:53: dann müssen wir uns doch mal was überlegen.

00:24:55: Ich hab zu dir den dritten Weg.

00:24:56: nein das kommt eben sehr stark auf das Menschenbild an wie man auf andere rückt aber natürlich auch wie man einfach ist.

00:25:04: Das kann man auch nicht ersprechen.

00:25:05: für manche braucht man eben dieses offene Format und auch den Austausch viel stärker andere profitieren davon weniger.

00:25:15: Und eben den diversen Teams, die man immer möchte.

00:25:18: Besonders schwierig zu erst mal überlegen wer hat welche Bedarfe?

00:25:23: Wer bringt was mit und wie kriegen wir das hin?

00:25:25: dass die bedarfe bestmöglich abgedeckt werden aber auch jeder so sein darf wie er halt ist weil er so dann die beste Leistung auch erbringt und auch für sich.

00:25:34: dann aber das meiste die meiste Sinnsuche hat.

00:25:37: Sinnerfüllungen.

00:25:38: Nichts in Suche.

00:25:39: Beides.

00:25:40: In Suche haben auch viele aber ich weiß nicht was du meinst.

00:25:44: Ich finde das auch noch mal spannend, weil wir sparen über Individuensysteme.

00:25:48: Du hast dann auch gesagt für Organisationen ist die wie soll ich sagen massive Nutzung von KI letztlich ein Risiko.

00:25:56: Jetzt mal mit Blick auf Führungen kann es sein dass die eignliche Führungsaufgabe künftig Ich sag mal Strukturen, Effizienzen, Tools und ähnliches zu managen.

00:26:08: Sondern eher den Raum zu halten dafür dass auch noch andere vielleicht zunächst irrational wirkende Dinge möglich sind.

00:26:16: Also das es eben auch diese Freiheit gibt.

00:26:18: also wir müssen glaube ich viel stärker Freiheit anbieten in Systemen die uns sonst so einen Hamsterer zwingen.

00:26:25: Ja Und ist ja ein Widerspruch in sich?

00:26:27: wahrscheinlich

00:26:28: Ja.

00:26:29: Also glaub ich habe dazu zwei Gedanken.

00:26:31: Das erste is dass KI zu einer Grenkung im Leadership-Bereich führen kann.

00:26:38: Ich meine, wir haben schon längere Zeiten neue Formen von Führung und Leadership.

00:26:43: also das ist schon ein längerer Transformationsprozess wo jetzt einfach KI mit drauf kommt.

00:26:47: also keine neue Qualität es eine neue Quantität und zwar dass ja Führungen in den besten oder meisten Fällen nicht mehr so komplett hierarchisch von oben nach unten gelebt wird sondern schon seit einigen Jahrzehnten viel mehr dieser kollektive Gedanke gelebt wird, dass man sagt nicht nur ich mache wir machen etwas weil ich es gesagt habe als Höhungsperson.

00:27:10: Sondern wir schauen mal und versuchen auch in der Deliberation oder in der Abwägung pro Kontra und der besseren Argumente zu schauen wie man das bestmögliche Ergebnisse bekommt also dass es weg von diesem Personenkult des Führungspersönlichkeiten geht.

00:27:23: zum Ergebnis Und da kommt jetzt KI mit dazu dass man auf einmal Systeme hat und das eben jede Person in Führungsverantwortung auch offenkundig wird, die Sachen machen und können.

00:27:37: Und unterstützen, die der Feuer eigentlich Teil dieser Leadership Kompetenz waren.

00:27:44: Ich glaube, das ist erstmal... muss man erst mal flucken und es muss man versuchen, irgendwie produktiv einzubauen ohne dass man sein Ego da eingeleiten lässt und sagt Gewert, das machen wir jetzt nicht und das geht nicht.

00:27:55: Und das zweite ist, dass es auch schon längere Transformationen bei Führung vor allem vielmehr um Selektion geht.

00:28:04: Dass es darum geht, Entscheidungen zu fällen und die bestmögliche Optionen zu wählen.

00:28:09: Da ist KI eine neue Qualität und nicht nur eine Quantität.

00:28:13: Und zwar wenn man sich Informationen durch generative KI-Systeme generieren lässt und ausspucken lässt dann ist es immer eine Selektion oft mal nicht so bekannt oder nicht so offen, wenn man die Tools nutzt.

00:28:29: Aber es ist immer eine Selektion.

00:28:31: das heißt was mir da angezeigt wird is kein Abbild der Wirklichkeit und aller verfügbaren Informationen sondern es hängt halt damit zusammen wie diese Systeme trainiert worden sind was ausgelassen wurde was immer noch spannender ist als das was drin ist sondern was ist nicht drin wer die programmiert hat wo man sie nutzt, in welchem Kontext und wie man halt einfach promptet.

00:28:50: Das heißt also es ist eine ganz starke Selektion der Einengung und man muss sich dessen immer bewusst sein dass man nicht alle verfügbaren Informationen da jetzt einfach mal gesammelt hat.

00:29:03: Ja total!

00:29:03: Es geht ja auch dann, wie du sagst, das Bewusstmachen... Selektion ist die Urteilskraft, die damit einhergeht.

00:29:11: Also zu sagen mag sein dass das jetzt ausgespuckt wurde aber was heißt das jetzt in dem Kontext?

00:29:16: Ich habe darüber auch kürzlich eine Podcast-Folge bei Hotel Matze mit einem Soziologen gehört wo es um die Frage ging ja es gibt Regeln aber es gibt auch manchmal Situationen wo's gut ist dass diese Regeln menschlich ausgelegt werden Also dass es halt nicht immer alles super strikt ist, so wie Maschinen das entscheiden würden.

00:29:35: Sondern dass man den Kontext betrachtet und das passt ja auch extrem gut zum Leadership, weil du hast vorhin auch gesagt jeder Mensch ist anders und jeder Mensch rauchten anderen Rahmen um kreativ sein zu können.

00:29:45: Ja total anschlussfähig.

00:29:47: Wahrscheinlich war die mit Hartmut Rosa oder?

00:29:50: Mit Situationen und Konstellation.

00:29:52: Super

00:29:52: spannend!

00:29:53: Das Konzept ist eins-zu-eins anwendbar auf Leadership im Zeitalter von KI.

00:29:58: Und zwar weil wir oft wenn uns erstmal so denken, wir sind rein objektiv getrieben nach den besten Gründen.

00:30:05: Das heißt das nennt er eben Konstellation, dass es einfach darum geht was für ein Prozess da abläuft aber viel öfter eigentlich.

00:30:14: in der Realität hängt es von der Situation ab.

00:30:16: also nicht von einer kannst du jetzt auf einem fixen Prozesse einfach nur nach Schema F oder Fünfzehn durchgeführt wird sondern darum wer entscheidet in welchem in welcher Situation wie und dass man natürlich auch andere Kriterien damit einfließen lässt.

00:30:29: Und das Beispiel, was in der Wissenschaft immer oft genannt wird und ich glaube eher auch nennt.

00:30:34: Was ich mal sehr witzig finde ist Fußball.

00:30:36: Ja genau!

00:30:37: Das war nicht auch sehr anschaulich...

00:30:38: Exakt, dass ein Widerschiedsrichter entscheidet hängt also natürlich von den Regeln ab aber er hat ja diesen Ermessensspierraum wie es auch in der deutschen Bürokratie genau das Gesetzesgrundlage ist.

00:30:51: Wir haben Ermessungsspielraum und wenn wir alles an Kaisysteme outsourcen dann verlieren wir auch im Niedership den Ermessungsspielraum und das ist fatal!

00:31:03: Weil natürlich möchte ich doch eigentlich, dass ein Liederschiff eine gute Führung macht aus.

00:31:08: Dass die Person da sich hinsetzt zum Beispiel wenn ich ein Problem habe oder mir irgendwie erklären will wie das Ergebnis zustande kommt ist.

00:31:15: Dass sie sich mal meine ganze Situation anschaut und anhört und daraus basieren für mich an Urteilfeld Und nicht danach geht was der KI Systeme machen Eine statistische Wahrscheinlichkeit.

00:31:25: Also KI Systemen gehen ja danach dass Sie sagen Ich bin einunddreißig, ich wohne in Berlin.

00:31:30: Bin eine Frau und bin Philosophin ist jetzt wahrscheinlich nicht so viele Daten, bin eine Wissenschaftlerin.

00:31:36: Wie würden andere Personen mit diesen verschiedenen Kriterien auf einem Einkommen oder sowas wie würden die bewertet werden?

00:31:42: Oder wie würden diese Verhalten so funktionieren?

00:31:44: KI Systeme?

00:31:45: Die gehen nicht danach was ich als Dorothea Winter, die hier in Berlin wohnt und genau meinen Job und meine Tätigkeit machen, was ich genau mache, sondern es geht immer nur um Wahrscheinlichkeit.

00:31:55: Und das ist ein kategorialer Unterschied.

00:31:59: Ja, er wählt.

00:31:59: Weil du Fußball genannt hast für die Zuhörenden einfach auch nochmal als Background und erwählte ein sehr schönes Beispiel der hat nur Rosa in dem man sagt, ein total junger Fußballer wird das erste Mal eingewechselt bei einem wahnsinnig wichtigen Spiel.

00:32:13: Der ist irgendwie achtzehn, macht das erste mal dieses große Match mit, ist hyper motiviert und grätscht bei der ersten Gelegenheit gleich einmal einen um So und der Schiedsrichter würde dann eigentlich in der Situation sagen, er kommt natürlich.

00:32:26: Der ist jung, der ist super motiviert geht eigentlich gar nicht.

00:32:28: ich nehme den mal kurz zur Brust und sage pass auf mein Freund noch einen so ein Ding und die stelle ich vom Platz.

00:32:34: Da es jetzt aber Videobeweis gibt muss er an die Maschine muss sich angucken weiß, okay jetzt ist es für alle sichtbar.

00:32:42: Ich kann gar nicht mehr anders

00:32:43: entscheiden.".

00:32:44: Das heißt diese situative Entscheidung mit dem Kontext den er hat entfällt eigentlich weil die Regel super hart zu hundert Prozent ausgelegt wird.

00:32:52: Im Übrigen beraubt das ja auch.

00:32:53: Das erzählt er auch in Fußball.

00:32:55: jegliche Emotionalität.

00:32:57: dass es diesen maschinellen irgendwie Beweis gibt es teile ich auch.

00:33:01: Aber ich fand es ein tolles Beispiel und ich finde Es passt extrem gut wie du sagst zu dem was du eben zum Thema Leadership erzählt hast.

00:33:10: Sag mal nochmal, gesprungen zur Kunst.

00:33:13: Also von Liedership zu Kunst ist auch ein Weg aber Liederschib an sich ist ja auch eine Kunst.

00:33:18: von daher... Gut überlegt!

00:33:19: ...dass ich so spannend finde und ich weiß nicht ob dir das auch begegnet ist in deiner Forschung dass viele Menschen identische Werke oft anders beurteilen wenn sie wissen, dass eine KI sie erzeugt hat Und es mittlerweile ja auch so die Diskussion gibt, wird eigentlich gerade wenn jetzt im August die Kennzeichnungspflicht von KI generierten Assets kommt.

00:33:43: Egal ob jetzt Audio Video Bild oder was auch immer dass man sich als markenverantwortlicher vielleicht bewusst dagegen entscheidet, es mit KI zu machen.

00:33:55: Weil man's eben ausweisen muss und das stattdessen fast eher wie so eine Art Qualitätssiege so human made kommt oder sich Marken darüber differenzieren können.

00:34:04: Wie nimmst du das wahr?

00:34:05: Und was steckt da auch menschlich dahinter, dass Menschen ein Werk, was KI generiert ist stärker ablehnen als ein solches von Menschen?

00:34:13: Ja genau also das was du ja quasi empirisch begründet hast glaube ich, lässt sich auch ein bisschen theoretisch begründen.

00:34:21: Und zwar das ja – und es habe ich am Anfang schon kurz angesprochen mit meinem Unwohlseilen gegen Nürburgring als erst mal aufgekommen – dass Kunst einer der wenigen Bereiche ist wo wir wollen, dass es Menschen gemacht ist.

00:34:33: Sonst würden wir ja dieses ganze Promborium was es um Kunst gibt die ganzen politischen Debatten, die ganzen Skandale, die wir in der Kunst haben, die hätten, haben wir nicht im gleicher Form in der Industrie Da interessiert es niemanden.

00:34:49: Also natürlich, da geht's um ökonomische und sonstige Interessen und dass da irgendwie Sachen nicht veruntreuten soll.

00:34:53: Aber diese ganze politische Dimension die in der Kunst ja unumgänglich ist und der Kunstgenuin ist, die hängt damit zusammen das wir mit Menschen zu tun haben.

00:35:03: Das heißt also, wir wollen bei einem Werk nicht nur, dass das irgendwo im Museum oder der Galeriewerk oder am öffentlichen Raum rumsteht Ja, gefällt mir oder gefällt mich nicht.

00:35:13: Sondern ich will wissen wer hat das gemacht?

00:35:15: Mit welcher Intentionen?

00:35:16: was ist die Aussage dahinter?

00:35:17: in welchem Kontext hat es gemacht?

00:35:19: Jede Form der Kunst ist ja auch immer eine Einordnung in die komplette Kunstgeschichte.

00:35:23: also dass wir jetzt heutzutage da sich ein Schlüsselbund ins Museum liegen kann... Das ist nicht nur der Schlüssel bunt im Museum und dann ein Kunstwerk ist sondern es hängt damit zusammen wie die Kunst sich halt entwickelt hat und so weiter.

00:35:36: Und deswegen ist es, glaube ich so wichtig dass wir da die Transparenz bewahren.

00:35:42: Also man kann natürlich KI als Möglichkeit zum Kunstschaffen im Kunstprozess als Medium verwenden.

00:35:48: aber das ist nicht der Fall, dass wir keine menschlichen Künstlerinnen mehr brauchen weil wir generative oder sonstigen KI-Systeme haben.

00:35:55: Das ist nicht den Fall!

00:35:58: Ist es denn so?

00:35:59: Ich finde ja auch so ein Name unter einem Werk, der stiftet irgendwie Verantwortung, Haltung auch in ganz gewisser Weise.

00:36:07: Weil man ja etwas sehr Persönliches zum Ausdruck bringt.

00:36:09: und ich frage mich irgendwie was passiert gesellschaftlich wenn diese ja irgendwie diese diese Connection verschwimmt?

00:36:17: Also dass man nichts mehr meint wie du eben schon gesagt hast.

00:36:20: also irgendwie geht uns dann das menschliche sein ab.

00:36:24: Das ist wahrscheinlich dieser Phantomschmerz den dieses Unwohlsein, das du beschrieben hast.

00:36:29: Ich glaube, es führt einfach menschliche Interaktion und Kommunikation.

00:36:32: Was ja auch Bilder auf einen Teil davon ist – das wir kommunizieren miteinander – führt adapsurdum.

00:36:37: Wozu dann das Ganze?

00:36:39: Wenn es nicht irgendein Mensch gemacht hat um etwas auszudrücken, warum sollen wir's denn überhaupt machen?

00:36:44: Einfach nur damit wir uns beriesen lassen von eigentlichen KI-generierten Werken zur Unterhaltung oder ich verstehe wirklich das Ansinnen nicht!

00:36:51: Wir haben doch….

00:36:52: also das ist ja zum Beispiel auch bei dem Werbespot von Coca Cola der KI generiert war, was auch immer jetzt ein bisschen her ist.

00:37:01: Aber da fang ich die Debatte darum sehr witzig und sehr interessant weil der Aufschrei war ja riesig Das war ja wirklich eine riesige Ausschrei, dass auf einmal diese typische Weihnachtswerbung von Coca-Cola kaineriert ist.

00:37:14: Und ich glaube da haben wir nämlich ganz gut gesehen das es natürlich ein Marke ist, Coca-Cola sehr stark mit Weihnachten verbunden ist und dass auch sehr viel Romatisierung, Emotionalität dahinter steckt und einfach so ein bisschen Nostalgie, dass man sich wieder in die Kindheit zurückversetzt fühlt.

00:37:29: Und dessen zum Beispiel haben sie sich wirklich keinen Gefallen gemacht wenn auch Marken... Dann z.B.

00:37:35: diese Werbespots einfach so in Anführungszeichen relativ offensichtlich und relativ kitschig mit KI generieren lassen, weil das ist wirklich nichts was dann gut ankommt.

00:37:46: Finde ich immer spannend dass du den Bezug auf willst bei klar.

00:37:49: also Coca Cola ist eine sehr emotionale familiäre Marke irgendwie viel Wärme- und Weihnachten usw.

00:37:57: ausgestattet.

00:37:58: Und jetzt ist es ja so, weil ich frage mich die ganze Zeit Kunst und Werbung kann man natürlich nicht eins zu eins vergleichen.

00:38:04: Was ihnen aber beiden innewohnt, ist ja das Thema maximale Emotionalität.

00:38:09: Also Werbung möchte auch berühren auf ganz vielen Ebenen um eben an dem schwierigeren Rationalein Teil des Gehirns vorbeizukommen und... Das ist eigentlich interessant weil in dem Moment wo ich KI generierte Sachen sehe wenn gleich viele sagen mittlerweile sieht man es immer weniger den Unterschied Es wird immer besser Stört einen das irgendwie.

00:38:32: Und jetzt könnte man ja sagen, ja gut alle Marken die sehr emotional oder sehr natürlich sind oder sehr familienzentriert.

00:38:39: Die sollten es bitte nicht machen.

00:38:40: aber wenn du jetzt eine hochperformante Technologie-Marke bist dann darfst du das auf jeden Fall machen weil das gehört ja quasi zu deinem Marktkern irgendwie mit dazu.

00:38:51: wie blickst du darauf gerade?

00:38:53: Mit Blick auf Werbung und auch die Abgänsung zum Zukunft.

00:38:57: Naja, also ich glaube die Abgrenzung ist da gar nicht so groß.

00:39:00: Weil das wie du das beschrieben hast eben es geht bei Beinen um Emotionen und das Vermitteln von Inhalten in irgendeiner Form, von der Information auch und eine Aussagekraft.

00:39:10: Und das spannende ist ja dass Werbung heutzutage ganz anders ist als es noch vor vielleicht vierzig Jahren erfallbar war.

00:39:17: Vor vierzehn Jahren war eine Autowerbung, das Ding hat vier Reifen und so und so viele Gänge.

00:39:22: Und kann so viel schnell fahren.

00:39:24: Das waren dann die überzeugenden Argumente.

00:39:25: Wenn man sich heutzutage in einer Werbung von Mercedes oder BMW oder sonst irgendwas anschaut, dann sieht man darum geht es gar nicht!

00:39:32: Da sind die technischen Details, die sind völlig im Hintergrund, sondern es geht um ein Lebensgefühl, es geht immer um ein Glücksversprechen Es geht um Emotionalität, die transportiert wird.

00:39:41: Und das ist ja auch genau etwas was wir als genuinen menschlich ansehen.

00:39:45: Das heißt also, ich glaube auch dass dieser KI-Hype in fünf bis zehn Jahren sowas von abgeflacht ist.

00:39:52: In den Bereichen der Kreativwirtschaft und auch in Erwerbung weil wir einfach sehen Menschen wollen nicht einfach nur diese aufgekitschten perfekten generierten Ergebnisse sondern es geht ja um die authentische Darstellung eines Gefühls und eines menschlichen Gefühles.

00:40:11: deswegen werben mir auch Marken mit.

00:40:14: Real existieren im Personen, weil man damit ja wieder etwas verkauft und Vertrauensvorschuss hat.

00:40:20: Und auch die Marke mit der Person verknüpft.

00:40:22: Das zeigt ja wie menschenzentriert die ganze Branche eigentlich ist.

00:40:28: Auch das finde ich interessant.

00:40:29: wenn man spricht immer davon es gibt einen Trend und dann gibt es eine Gegengewägung.

00:40:34: und so wie wir uns alle Doomscrolling-mäßig irgendwie in unseren, weiß ich nicht, Socialstreams wiederfinden.

00:40:43: Suchen wir gleichzeitig ja die analogen echten authentischen Erlebnisse, Begegnungen mit Menschenverbindungen.

00:40:49: spätestens nach Corona ist das sehr intensiv geworden und hier spürt man es jetzt auch.

00:40:54: Also KI und was alles möglich ist und fantastische Bildwelten, die aufgemacht werden.

00:41:00: Und dann plötzlich war vor ein paar Monaten, glaub ich, eigentlich eher so eine Art Handpuppenfilm von Apple.

00:41:07: Wo man gedacht hat... und der war real!

00:41:08: Ja also wo man gedacht hatte okay wow ist ja irre.

00:41:10: aber es ist und das finde ich schön das Wort dass du vorhin benutzt hast auch das ist ja fast nostalgisch.

00:41:15: Also man gehört ein bisschen dazu und KI kann möglicherweise gar nicht so richtig diese Nostalgie und die damit innewohnende Emotionalität wecken.

00:41:25: Ja oder auch die aktuell, die Apple Werbung, die zumindest in Berlin hier überall in den U-Bahn Schachten hängt ist das mit dem iPhone Foto von der Gruppe von Menschen als Selfie aufgezeichnet wird.

00:41:36: Und natürlich könnte Apple technisch versiertere Fotos erstellen um irgendwie eine Gruppe vom Menschen abzubilden.

00:41:44: aber natürlich ist die Message da ja Wir kommen zusammen.

00:41:48: Und die Technologie hält es nur fest, dass wir als Gruppe zusammengekommen sind und uns austauschen können.

00:41:54: Und diese Abwägung zwischen wie viel vom Hype geht man mit?

00:41:58: Wann kommt dann die Gegenbewegungen ein?

00:42:02: Wie muss man sie auch wieder bewältigen?

00:42:04: Das ist immer so die Gradwanderung, die man in der ganzen Kreativwirtschaft eigentlich machen muss.

00:42:09: Dass man sich überlegen muss, Darf es sein?

00:42:12: Wie viel muss es sein und wann muss ich von dem Hype trainen, wenn wir auch abspringen weil's dann einfach zuviel ist.

00:42:20: Du hast ja vorhin gesagt dass viele Dinge die KI uns abnehmen wird und das ist hier auch schon fleißig dabei wenngleich ich glaube die Versprechen die wir uns davon machen meist größer sind als die Realitäten der wir uns dann befinden.

00:42:34: was ich mich manchmal frage so ist der Mensch darauf vorbereitet?

00:42:39: also

00:42:42: Ja, ist eine sehr gute Frage.

00:42:44: Sind wir darauf vorbereitet?

00:42:45: Also ich glaube auch da sind... Ist es leider das Problem, dass wir das nicht als die Menschheit beantworten können sondern und das lässt sich auch wieder mit Studien belegen, dass halt unterschiedliche Bevölkerungsgruppen unterschiedlich gut darauf vorbereitet sind.

00:42:59: Das heißt also es gibt da leider ein Gap in Bezug auf die Verwendung von Technologie und auch die Verwendungen also die Nichtverwendung von Technologie, hinsichtlich sozioökonomischen Status.

00:43:11: Das heißt Personen oder bei Kindern sieht man das am krassesten... die aus dem Gewissen, wie man sagt Bildungsnahen oder sonstigen Elternhaus kommen.

00:43:20: Dass sie z.B.

00:43:22: fixe Zeiten haben, wann sie welche Tools nutzen dürfen.

00:43:25: Dass die wissen, wie sie die Ergebnisse einsortieren können und diese dann auch so gezielt nutzen können dass Sie ihnen einen realen Vorteil haben und bei Kindern, die aus diesen Schichten nicht kommen das eben weniger Fall ist zumindest kollektiv.

00:43:39: Wir sehen es aber auch zum Beispiel im Agenturenbereich was jetzt ein ganz anderer Bereich ist.

00:43:45: Aber das

00:43:45: z.B.,

00:43:46: diejenigen Agenturen, bei denen es eher um die Konzeptionierung ging und eher die Narrativstärkung, dass sie zum Beispiel von KI relativ wenig betroffen sind aber alle jene Bereiche wo es eher über die Erstellung von Inhalten auf handwerklicher Ebene ging also sowas wie Logo-Erstellung oder im Designbereich ohne jetzt die ganze Branche abwerten zu wollen Aber da sind zum Beispiel der Einfluss von KI natürlich viel höher.

00:44:14: Das heißt also, dass man sich da ganz bewusst schauen muss wer welche spezifischen Einflüsse hat von den spezificen Technologien und deswegen kann man das nicht so allgemein beantworten glaube ich.

00:44:27: Ja nee, kann ich total nachvollziehen.

00:44:29: ist auch das was in der Branche immer wieder... ja offenkundig auch diskutiert wird, dass dieser Werkbankbereich die reine Exekution von Assets nachdem die kreative Idee oder die Strategie steht.

00:44:41: Dass der natürlich in großem Maße davon betroffen ist.

00:44:46: Dothär zum Schluss unseres Gesprächs, das mir bis hierhin wirklich große Freude gemacht hat.

00:44:53: Tolle viele neue Gedanken!

00:44:54: Das war ja auch die große Hoffnung dahinter.

00:44:56: Ich liebe deinen Satz, dass sie sozusagen nicht so halb in fünf bis zehn Jahren in der Werbung abgeflacht sein wird.

00:45:05: Darauf bin ich gespannt, die haben wir genau mal gucken!

00:45:07: Aber wenn du noch einmal auf Agenturen kreative Teams die nächste Generation schaust, die jetzt auch heran wächst... welche menschlichen Fähigkeiten sind es denn, die auf dies im KI-Zeitalter wirklich ankommt?

00:45:24: Also

00:45:25: ich glaube das ist wenig überraschend als Philosophin aber für jeden Fall Urteilskraft dass man sich das eigene Urteil behält, weil wir mit natürlich viel darüber besprochenen was generiert werden kann durch KI Tools.

00:45:37: Aber auch auf der Seite der Beurteilung wird die KI-Systeme nicht auszurschen dürfen ist nochmal die andere Seite damit alle.

00:45:45: Das heißt also ich muss mir beibehalten egal in welchem Bereich ich arbeite, dass ich unterscheiden kann was ein gutes Ergebnis im Bereich ist und was nicht Und das ist dann völlig egal, ob das wie viel KI-Anteil da ist oder nicht.

00:45:58: Sondern dass es eine Kernkompetenz die weiter bestehen bleiben muss und dass man sich eben nicht da wo es wichtig ist oder wo es angemessen ist auf dieses sogenannte kreative Mittelmaß, dieses KI genähte kreativen Mittelmaße darauf ausgut.

00:46:13: Das zweite ist dieser Selektionsaspekt Dass man sich dessen bewusst ist, dass immer nur eine Selektion ist und man selbst aber auch Teil des Seleksionsprozesses auswählt und dass man da auch die Macht hat.

00:46:27: Das heißt also, wenn ich vor enge MKI-Touren sitze habe ich die Möglichkeit zu entscheiden was für ein Ergebnis daraus kommt.

00:46:34: bis zum gewissen Teil natürlich aber das ich da eben nicht vielleicht immer das allererste Beispiel nehme und den allerersten Entwurf sondern mir da eben überlege war so genau meine Bedarfe und was nicht.

00:46:45: Und ich glaube das Urteilskraft und Selektionen sind die zwei wichtigsten Sachen und es ist zugrunde liegende ist dann einfach die sogenannte Autorschaft.

00:46:55: Das heißt also, dass ich mir bewusst bin und es kann man sowohl aufs kreative Schaffen aber auch das ganze Leben übertragen, dass sich Autorin meines Lebens bleibe – und auch in der Arbeit!

00:47:07: Auch in der kreativen Arbeit.

00:47:08: Also, dass Ich mir diese Freiheiten, die ich habe und ich behalten möchte bewahre.

00:47:14: Dass ich versuche Technologie so einzusetzen dass sie mich empowert und enhanzt und nicht irgendwelche Fähigkeiten ersetzt, die ich eigentlich noch brauche.

00:47:23: Und auch das dort quasi Technologie komplett ausspare wo sie nichts zu suchen hat.

00:47:30: also wenn ich irgendwie in einem Team arbeite und wir sagen wir sind jetzt mal drei Stunden machen Workshop und Ransom gemeinsam Dann möchte ich nicht, dass da wieder jeder vor seinem KI-Tool sitzt.

00:47:39: Weil dann hätten wir das uns auch sparen können.

00:47:41: Sondern wirklich die Zeit nutzen und daseilen und nicht wieder gedanklich im nächsten Meeting oder während des E-Mails schreiben

00:47:48: usw.,

00:47:48: sondern sich diese Räume schaffen weil sonst ist auch das als Muskel quasi irgendwann verkommen.

00:47:55: Das war jetzt negativ.

00:47:56: als letzter Satz!

00:47:58: Ach macht nichts, macht nichts.

00:47:59: der Rest war ja... Positiv, hofftungsstimmend und ich glaube wie du sagst it's so naas.

00:48:05: also ein Stück weiter auch immer zu reflektieren.

00:48:08: Es ist toll dass wir das alles haben aber wann nutze ich es für was?

00:48:12: Was verbleibt bei mir?

00:48:14: Und auch das Thema Autor schafft einen extrem schönes Bild an der Stelle.

00:48:20: Dorothea ich danke dir sehr für den philosophischen Austausch mit Blick auf die Agenturbranche und Kreativität.

00:48:26: Das hat viel Freude gemacht.

Über diesen Podcast

Die Agenturbranche erlebt einen radikalen Wandel. Die Zukunftsfähigkeit des Business-Modells von Agenturen ist zum Dauerthema geworden. Der Wettbewerb mit Unternehmens- und IT-Beratungen, Media-Agenturen und Start-ups zieht weiter an. Deshalb braucht die Branche einen intensiveren Austausch zu den Themen der Zukunft.

Mein Name ist Kim Alexandra Notz. Ich bin GF und Inhaberin der Hamburger Kreativagentur KNSK. Die Fragen nach zukunftsfähigen Agenturmodellen, Entwicklungen im Marketing und neuen Technologien treiben mich daher täglich um.

Im „What’s Next, Agencies?“-Podcast spreche ich alle zwei Wochen mit spannenden Gästen über die Zukunft der Agenturen, zeitgemäße Führungskultur, Employer Branding und veränderte Kundenanforderungen. Ob andere Agenturchefs, Marketingverantwortliche, Pitch- oder Personalberater. Sie alle haben ihre ganz eigene Perspektive zum Thema und teilen ihre Erfahrungen und Zukunftsprognosen mit mir und euch.

von und mit Kim Alexandra Notz

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